TI-Gateway statt Konnektor: Was Praxen 2026 wissen müssen
Der Konnektor in der Praxis wird durch das TI-Gateway aus dem Rechenzentrum abgelöst. Was das für Ihre Praxis bedeutet, wie der Umstieg abläuft und worauf Sie achten sollten.
Seit dem Start der Telematikinfrastruktur stand in fast jeder Arztpraxis ein Konnektor. Ein graues Gerät im Serverschrank, das die sichere Verbindung zur TI herstellt. Es braucht Strom, Updates und regelmäßige Zertifikatswechsel. Und es ist eine der häufigsten Störungsquellen im Praxisalltag.
Mit der Weiterentwicklung der TI ändert sich das Modell grundlegend. Der Zugang wandert in gesicherte Rechenzentren. Das nennt sich TI-Gateway. In der Praxis selbst bleibt nur noch wenig Technik übrig. Für viele Praxen ist das eine gute Nachricht. Trotzdem will der Umstieg geplant sein.
Was ist das TI-Gateway?
Das TI-Gateway übernimmt die Aufgabe des Konnektors, sitzt aber nicht mehr in Ihrer Praxis. Ein zugelassener Anbieter betreibt die Zugangstechnik hochverfügbar in einem Rechenzentrum. Ihre Praxis verbindet sich über eine gesicherte Leitung mit diesem Gateway.
Die Kartenterminals bleiben vor Ort. Auch die SMC-B (der Praxisausweis) und der eHBA (der persönliche Heilberufsausweis) werden weiterhin gebraucht. Was entfällt: das Gerät im Schrank, die Vor-Ort-Wartung daran und die meisten Zertifikatswechsel in der Praxis.
Die Vorteile im Überblick
- Weniger Hardware in der Praxis, also weniger Störungsquellen vor Ort.
- Zertifikats- und Software-Updates laufen zentral im Rechenzentrum.
- Höhere Verfügbarkeit durch professionellen Rechenzentrumsbetrieb.
- Kein Konnektor-Tausch mehr, wenn Gerätezertifikate ablaufen.
- Planbare laufende Kosten statt Investition in ein Gerät mit begrenzter Laufzeit.
Worauf Sie beim Umstieg achten sollten
Der Wechsel selbst ist überschaubar, wenn er vorbereitet wird. Drei Punkte entscheiden über einen reibungslosen Umstieg.
Erstens die Internetanbindung: Das TI-Gateway macht Ihre Praxis stärker von der Datenleitung abhängig. Die Leitung sollte stabil sein, im Idealfall mit einem Backup-Weg, etwa über Mobilfunk.
Zweitens das Praxisverwaltungssystem: Die Umstellung muss mit Ihrem PVS abgestimmt sein, damit E-Rezept, eAU und ePA nach dem Wechsel sofort weiterlaufen. Ein Testlauf außerhalb der Sprechzeiten gehört dazu.
Drittens der Zeitpunkt: Planen Sie den Umstieg nicht mitten in die Quartalsabrechnung. Ein ruhiger Termin mit Puffer erspart Stress, falls etwas nachjustiert werden muss.
Was kostet der Umstieg?
Das TI-Gateway wird als laufender Dienst abgerechnet, nicht als Gerätekauf. Praxen erhalten von der Kassenärztlichen Vereinigung eine monatliche TI-Pauschale, die die laufenden TI-Kosten abdecken soll. Die Höhe hängt von Praxisgröße und Ausstattung ab.
Ob sich der Umstieg für Ihre Praxis schon jetzt rechnet, hängt vom Zustand des vorhandenen Konnektors ab. Läuft dessen Zertifikat ohnehin bald ab, ist das Gateway meist die wirtschaftlichere Wahl. Wir rechnen das im Rahmen eines TI-Checks konkret durch.
So bereiten Sie Ihre Praxis konkret vor
Der Umstieg gelingt am besten in einer festen Reihenfolge. Diese Checkliste hat sich in der Praxis bewährt:
- Bestandsaufnahme: Welcher Konnektor läuft, wann laufen seine Zertifikate ab, welche Kartenterminals sind im Einsatz?
- Internetanbindung prüfen: Bandbreite, Stabilität und die Frage, ob ein Backup-Weg über Mobilfunk sinnvoll ist.
- Anbieter und Tarif wählen: TI-Gateway-Anbieter vergleichen, Laufzeiten und Support-Zusagen prüfen.
- PVS-Anbieter einbinden: Termin abstimmen, damit E-Rezept, eAU und ePA nach dem Wechsel sofort funktionieren.
- Umstellungstermin außerhalb der Sprechzeiten festlegen, mit Puffer für Tests.
- Nach dem Wechsel: alle TI-Anwendungen einmal komplett durchtesten, vom Kartenstecken bis zur eAU.
Häufige Stolpersteine
Drei Fehler sehen wir beim Gateway-Umstieg immer wieder. Der erste: Die Praxis kündigt den alten Konnektor-Vertrag zu früh und steht im Übergang ohne TI da. Erst wechseln, dann kündigen.
Der zweite: Niemand denkt an die Kartenterminals. Sie müssen auf das Gateway umkonfiguriert werden, sonst scheitert das Einlesen der Versichertenkarte am Empfang, und die Anmeldung steht.
Der dritte: Der Umstieg wird als reines Technikprojekt behandelt. Dabei entscheidet das Team, ob der erste Praxistag danach ruhig läuft. Eine kurze Info an alle, was sich ändert und wen man bei Probleme anruft, kostet zehn Minuten und verhindert Hektik.
Häufige Fragen zum Thema
Muss jede Praxis auf das TI-Gateway umsteigen?+
Wie lange dauert der Umstieg auf das TI-Gateway?+
Was passiert mit den Kartenterminals und Karten?+
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